Naturparkführende stärken Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg
Treffen im Schloss Wächtersbach verbindet Regionalgeschichte, Naturerlebnis und Erfahrungsaustausch
Wie kann regionales Wissen lebendig vermittelt und Menschen für ihre Heimat begeistert werden? Naturparkführerinnen und Naturparkführer aus dem bayerischen und dem hessischen Spessart suchen darauf immer wieder neue Antworten. Beim inzwischen dritten gemeinsamen Treffen beider Naturparkvereine standen deshalb nicht nur Geschichte und Naturerlebnis im Mittelpunkt, sondern auch der fachliche Austausch und neue Impulse für die Bildungsarbeit.
Mehr als 30 Naturparkführende trafen sich in Wächtersbach, um gemeinsam das Schloss Wächtersbach und die umliegende Landschaft kennenzulernen. Naturparkführerinnen und Naturparkführer sind speziell ausgebildete Botschafterinnen und Botschafter ihrer Region. Sie begleiten Gäste und Einheimische auf Wanderungen und Exkursionen, vermitteln Wissen über Natur, Kultur und regionale Besonderheiten und machen Zusammenhänge vor Ort erlebbar.

Bewegte Geschichte neu belebt
Das Schloss Wächtersbach blickt auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück. Einst als staufische Jagd- und Sicherungsburg unter Kaiser Barbarossa errichtet, diente es im Laufe der Jahrhunderte unter anderem als Grafen- und Fürstensitz, Altersheim und Flüchtlingsunterkunft. Nach einem Dachstuhlbrand im Jahr 1939 stand das Gebäude lange Zeit leer und drohte zu verfallen. Erst der Erwerb durch die Stadt Wächtersbach im Jahr 2016 machte eine umfassende Sanierung möglich. Heute wird das historische Bauwerk wieder als Rathaus und Veranstaltungsort genutzt.
Während einer rund einstündigen Führung gewährte Thomas Janik vom Heimat- und Geschichtsverein Wächtersbach spannende Einblicke hinter die Schlossmauern. Die Teilnehmenden erfuhren unter anderem mehr über die Geschichte der Isenburger und Ysenburger sowie über Persönlichkeiten, die einst im Schloss residierten.
Anschließend erkundete die Gruppe ein Teilstück der Wächtersbacher Schlosswaldspur. Trotz eines regnerischen Tages blieb die Wanderung weitgehend trocken und bot Gelegenheit für Gespräche über neue Ideen für Führungen und Veranstaltungen. Den Ausklang fand das Treffen bei einer gemeinsamen Einkehr im „Schloss Eins“.
„Der persönliche Austausch ist für uns sehr wertvoll“, betont eine Teilnehmerin. Ein Kollege ergänzt: „Wir nehmen viele neue Ideen mit.“ Die regelmäßigen Begegnungen zeigen, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit dazu beitragen kann, Wissen zu teilen, voneinander zu lernen und die Besonderheiten des Spessarts gemeinsam sichtbar zu machen.

Die kommenden Naturparkführungen findet ihr hier.