Kaibach in Lohr: Erste Schritte für mehr Ökologie und Hochwasserschutz
Mit kleinen Maßnahmen kann viel erreicht werden: Am Kaibach in Lohr a.Main startet die ökologische Aufwertung des stark verbauten Gewässers. Stadt Lohr und Naturpark Spessart e.V. arbeiten dabei eng zusammen.
Ein stark verändertes Gewässer
Der Kaibach in Lohr ist heute in weiten Teilen durch Beton, Mauern und befestigte Sohlen geprägt. Für Fische und andere Gewässerorganismen sind solche Strukturen kaum durchlässig. Gleichzeitig besteht die Herausforderung, den Hochwasserschutz bei Starkregen zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Und schließlich bietet ein lebendiger Bach ein deutlich attraktiveres Bild als eine glatte Rinne.
Präventiv tätig werden
Bürgermeister Dirk Rieb betont, dass eine Verbesserung des Hochwasserschutzes für Lohr bereits seit vielen Jahren ein Thema ist. Auch am Rechtenbach und Kaibach sollen ab 2027 weitere Maßnahmen angegangen werden. „Der Kaibach ist ein kleiner Baustein“, so Rieb. Auch wenn das letzte größere Hochwasser bereits länger zurückliegt, sei es wichtig, mit Blick auf die Zukunft frühzeitig zu handeln. Dabei sollen Hochwasserschutz, ökologische Verbesserungen und Stadtbild zusammengedacht werden.

Erste Maßnahmen 2026
In den letzten Tagen wurden nun erste ökologische Verbesserungen am Kaibach umgesetzt. Im Bereich der Mündung in den Main ist ein knapp ein Meter hoher Sohlabsturz durch eine sogenannte raue Rampe für wandernde Fische und Kleinlebewesen passierbarer gemacht worden. Das ist wichtig, damit Fische und andere Wassertiere beispielsweise bei Hitze aus dem Main in den kühleren Kaibach wandern können. Die beauftragte Firma Brückner Bau hat dazu Buntsandsteinblöcke und Kies unterhalb des Sohlabsturzes in das Bachbett eingebracht. Diese etwa 20 Meter lange Rampe bildet nun eine durchgängige Aufstiegshilfe für Gewässertiere.
Direkt oberhalb des neuen Bauwerks und zusätzlich an einem Bachabschnitt rund 300 Meter oberhalb der Mündung kommen zudem sogenannte Störsteine zum Einsatz. Die Buntsandsteine wurden auf dem glatt gepflasterten Bachgrund mit Metallstangen verankert. Sie bremsen und lenken die Strömung und fördern dadurch die Ablagerung von Kies und Sand. So können neue Lebensräume entstehen, ohne die bestehende befestigte Bachsohle vollständig aufzubrechen. Die Entwicklung des Gewässers soll anschließend beobachtet werden.
Projektträger beider Maßnahmen ist die Stadt Lohr a.Main. Die Gesamtkosten belaufen sich voraussichtlich auf ca. 28.000 Euro. Es gibt dazu einen Zuschuss in Höhe von 75% der Kosten vom Freistaat Bayern.

„Ein guter Anfang“
Für die Stadt Lohr ist die ökologische Aufwertung von Gewässern bereits seit mehreren Jahren ein erklärtes Ziel. Bernd Kortenbruck von der Umweltstelle der Stadt Lohr freut sich daher, dass nun auch am Kaibach Maßnahmen umgesetzt werden konnten.
Der Naturpark Spessart berät seit August 2025 im Rahmen des Projekts „Auf zu lebenswerten Bächen“ der Regierung von Unterfranken seine Mitgliedsgemeinden bei der ökologischen Entwicklung kleinerer Gewässer. Naturparkverein Geschäftsführer Oliver Kaiser freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Lohr, dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg und weiteren Akteuren: „Gemeinsam können auch an stark verbauten Gewässern Schritt für Schritt Verbesserungen erreicht werden.“
Die beiden Maßnahmen am Kaibach sind ein erster Schritt. In den kommenden Jahren sollen weitere Möglichkeiten geprüft werden, um ökologische Aufwertungen, Hochwasserschutz und die Aufenthaltsqualität am Gewässer miteinander zu verbinden.