Gemeinsam mit dem Naturpark Spessart e.V. gegen das Jakobskreuzkraut
Rund 40 Freiwillige haben sich am Samstag, 9. Mai 2026 in den Kreuzwertheimer Erlichgärten für den Erhalt artenreicher Wiesen eingesetzt. Bei der gemeinsamen Aktion von Naturpark Spessart e.V., Markt Kreuzwertheim und Bund Naturschutz stand neben praktischer Naturschutzarbeit auch das Miteinander im Mittelpunkt.
Mit Unkrautstechern, Handschuhen und großen Plastiksäcken zogen am Samstag zahlreiche Helferinnen und Helfer durch die Erlichgärten bei Kreuzwertheim. Ihr Ziel: das giftige Jakobskreuzkraut aus den wertvollen Wiesenflächen entfernen. Organisiert wurde der jährliche Arbeitseinsatz vom Naturpark Spessart e.V., der Marktgemeinde Kreuzwertheim und dem Bund Naturschutz.
Bürgermeister Klaus Thoma und Naturpark-Gebietsbetreuer Christian Salomon begrüßten eine bunt gemischte Gruppe aus Jung und Alt. Wie bereits in den Vorjahren beteiligten sich auch zahlreiche Geflüchtete aus Afghanistan und verschiedenen afrikanischen Ländern an der Aktion. Sie wollten sich aktiv für ihre neue Heimat engagieren. „Ein starkes Zeichen“, fand Holger Raquet, Ortsgruppenleiter des Bund Naturschutz.

Naturschutz braucht Nutzung
Die Erlichgärten gehören zu den artenreichsten Kulturlandschaften der Region. Heuwiesen, Streuobstwiesen und Weideflächen bilden dort wertvolle Lebensräume und sind Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Während der Arbeit konnten die Teilnehmenden immer wieder besondere Tierarten entdecken – darunter Grünspechte, Zauneidechsen, Segelfalter und sogar Eichenbockkäfer.
Gleichzeitig zeigt die Aktion, wie eng Naturschutz und Bewirtschaftung zusammenhängen. „Ohne Nutzung keine Artenvielfalt“, erklärt Christian Salomon. Das Ausstechen des giftigen Jakobskreuzkrauts sei wichtig, damit die Wiesen weiterhin als Futterflächen für Rinder und Pferde genutzt werden können. Nur so blieben die offenen und blütenreichen Lebensräume langfristig erhalten.
Bis zum Nachmittag kamen rund 40 große Säcke mit Kreuzkraut zusammen. Für Salomon ist das kein Grund zur Sorge, sondern ein Zeichen dafür, dass kontinuierliche Pflege notwendig bleibt. Vergleichbare Projekte im Sinngrund hätten bereits gezeigt, dass sich die Bestände der Giftpflanze über die Jahre deutlich reduzieren lassen.
Neben dem Arbeitseinsatz kam auch das Gemeinschaftserlebnis nicht zu kurz. Die Marktgemeinde Kreuzwertheim bedankte sich mit einer Brotzeit bei den Helferinnen und Helfern. Für besondere Begeisterung bei den Kindern sorgte zudem der Fund einer ausgebrochenen Landschildkröte, die schließlich wohlbehalten zu ihrem Besitzer zurückgebracht werden konnte.
