Gemeinsam für Ansbachs Streuobstwiesen
Großes Interesse an neuem Förderprojekt des Naturpark Spessart e.V.
Über 50 Gäste folgten der Einladung des Naturpark Spessart e.V. zur Auftaktveranstaltung „Das Streuobst von Morgen in Ansbach“. Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen, um über die Zukunft der wertvollen Streuobstbestände zu sprechen.

Wenn der Großteil der Bäume in die Jahre kommt
In den vergangenen Monaten wurden im Projektgebiet von Experten der Main-Streuobst-Bienen eG mehr als 1.000 Bäume kartiert. Das ernüchternde Ergebnis, das Sabrina Jochum, Projektleiterin des Naturpark Spessart e.V., präsentierte: Ein Großteil der Obstbäume ist vergreist. Viele sind am Ende ihrer Lebenszeit, andere können durch gezielte Pflegeschnitte noch gerettet werden. Auch der Mistelbefall ist bei vielen Bäumen zu hoch.
„Wir waren sehr positiv überrascht, dass die Resonanz so gut war“, so Jochum. Die hohe Zahl der Teilnehmenden zeige, dass das Bewusstsein für den Wert dieser Kulturlandschaft groß ist.

Fachwissen und praktische Hilfe für Eigentümer
Wie pflegt man alte Bäume richtig? Und welche Fördermöglichkeiten gibt es? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Abends. Krischan Cords und Christopher Holert von der Main-Streuobst-Bienen eG stellten zunächst die Ergebnisse der Kartierung im Detail vor und zeigten Wege auf, wie das regionale Obst verarbeitet und vermarktet werden kann. Hartwig Brönner vom LBV Bayern erläuterte den ökologischen Wert des Lebensraums Streuobstwiese. Michelle Horn-Cetinkörülü, Streuobstberaterin des Landkreises Main-Spessart, gab abschließend Hinweise zu Fördermöglichkeiten für Pflege und Neupflanzung von Bäumen.

Nicht nur erhalten, sondern neu pflanzen
Das vom Naturpark Spessart e.V. initiierte Projekt hat jedoch nicht nur den Erhalt alter Bestände im Blick. „Uns geht es darum, gemeinsam mit den Menschen vor Ort eine Strategie für die Zukunft zu entwickeln“, betont Oliver Kaiser, Geschäftsführer des Naturpark Spessart e.V. „Dazu gehört der pflegende Erhalt alter Bäume genauso wie die gezielte Nachpflanzung robuster Sorten und die Pflege der Wiesen, z.B. durch eine angepasste Beweidung oder Mahd.“
Dank der für dieses Jahr wieder erhöhten Fördermittel sollen nun Pflegeschnitte durchgeführt und neue Bäume gepflanzt werden. Auch wollen die Akteure gemeinsam mit dem Garten und Verschönerungsverein Ansbach einen Schnittkurs anbieten.
Die Gemeinde um Bürgermeister Johannes Albert, der sich stark engagiert, ist eine treibende Kraft. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen bereit sind, sich für unsere Streuobstwiesen einzusetzen“, so Albert. „Damit schaffen wir die Basis dafür, dass diese einzigartige Landschaft auch für kommende Generationen erlebbar bleibt.“ Der Bürgermeister bedankte sich auch bei der Raiffeisen-Stiftung Main-Spessart und der Spessartbaum gGmbh, welche die Obstbaumkartierung mit großzügigen Spenden unterstützt haben.