Der Luchs ist in den Spessart zurückgekehrt. Schon vor elf Jahren gab es erste Hinweise auf Rufe von Luchsen im Kahlgrund und Heigenbrücken. Seitdem kommt es immer wieder zu Sichtmeldungen durch Privatpersonen, Jäger und Förster, vor allem im Bereich Rothenbuch, Weibersbrunn und Waldaschaff. Es wurden sogar Sichtungen mit einem Jungtier gemacht. Da oft in kurzen Zeitabständen Mehrfachsichtungen gemacht werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich mehrere Tiere im Spessart aufhalten.Die Anwesenheit des Luches ist nach wie vor ein brisantes Thema. So wird von einigen Landwirten befürchtet, dass der Luchs verstärkt Nutztiere reißt. Die Jäger befürchten, dass durch die Anwesenheit des Luchses das Wild scheuer wird. Und so mancher Wanderer fürchtet beim Waldspaziergang gar Angriffe der Großkatze. Der Luchs hat also auch hier noch mit zahlreichen Vorurteilen zu kämpfen.
Um möglichen Konflikten vorzubeugen und Lobby- und Aufklärungsarbeit zu leisten, wurde Anfang 2008 eine Arbeitsgruppe Spessart-Luchs ins Leben gerufen. Ziel der interdisziplinären Arbeitsgruppe ist es, alle Betroffenen umfassend zum Thema Luchs zu informieren, in Aktivitäten einzubinden und Konflikte im Dialog zu lösen. Des Weiteren soll das Luchs-Monitoring verbessert werden. Sichtungen und Luchsrisse sollen im gesamten Spessart systematisch erfasst und die Daten ausgewertet werden, um Rückschlüsse auf Zahl und Wanderbewegungen der Tiere ziehen zu können. Zudem sollen zusätzliche Fotofallen zum Einsatz kommen.
In Zusammenarbeit mit dem bayerischen Umweltministerium, den Jagd- und Naturschutzverbänden sollen zeitnah für jeden Landkreis Luchsbeauftragte ausgebildet werden, welche Sichtungsmeldungen entgegennehmen und dokumentieren sowie in Schadensfällen vermitteln. Die Beauftragten sollen dabei aus unterschiedlichen Bereichen (Forst, Naturschutz, Jagdverbänden und Landwirtschaft) stammen, um eine Ausgewogenheit zu gewährleisten. Zurzeit sammelt die Arbeitsgruppe Vorschläge.
Wer Interesse hat, als Luchsbeauftragter ehrenamtlich tätig zu werden, möge sich bitte bei Herrn Gebhard vom bayerischen Staatsforst Revier Rothenbuch (Telefon: 06094 1226, Mobil: 0179 5415420) melden.
Herr Gebhard nimmt auch gerne Meldungen von Luchssichtungen bzw. Rissen entgegen. Diese können auch an Herrn Hamburger vom Arbeitskreis Hessen-Luchs (Telefon: 06051 977885) oder den Naturpark Spessart (Telefon: 09351 603446) gemeldet werden.
Text: Celine Otten, Oliver Kaiser
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